Sodenberg

Fränkische Viecherei

Die Arche Noah

                      Nach der großen Sintflut blieb Noahs Arche auf einem Berg stehen.

                      Voll Freude und Dankbarkeit stieg Noah aus der Arche und rief:

                     SO-DEN-BERG haben wir!“. Damit hatte der SODENBERG seinen

                      bleibenden Namen gefunden. Aber auch die eingeschlossenen Tiere

                     drängten ungestüm aus der engen Arche in die große Freiheit.

                     Um ein schlimmes Durcheinander zu verhüten, teilte der liebe Gott

                     jedem Tier seinen Ort zu: die Ochsen brauchten nur ein kleines

                     Stückchen talwärts steigen und blieben in OCHSENTHAL. Das Schwein,

                     eine brave Muttersau, fand in MORLESAU ein Zuhause, während

                     ihre jungen Schweinlein im Schweinsgalopp nach SCHWEINFURT

                     rannten. Die Hammel liefen nach HAMMELBURB, die Wölfe nach

                     WOLFSMÜNSTER, die Füchse nach FUCHSSTADT, die Hunde nach

                     HUNDSFELD und die Katzen bis KATZENBACH. Das Pferd trabte

                     zur  ROSSMÜHLE  hinab, den Widder verschlug es nach

                     WITTERSHAUSEN, die Hasen hoppelten nach HASSENBACH,

                     die frechen Motten verzogen sich nach MOTTEN; nicht alle Schnaken

                     haben den Weg nach SCHNACKENWERT gefunden...Zuletzt setzten

                    die Geier zum Flug an und landeten in GEIERSNEST. So löste sich

                    die ganze Tiergemeinschaft in Wohlgefallen auf; jedes fand seinen

                    zugewiesenen Platz und konnte unbehelligt leben.

 

Diese und noch mehr Sagen sind nachzulesen in den Dorfchroniken

von P. Dominik Lutz:

Ochsenthal und seine Geschichte

Herausgegeben von der Stadt Hammelburg

Gesamtherstellung Maristendruck und Verlag, 8301 Furth über Landshut.

MORLESAU  Geschichte eines Dorfes an der Fränkischen Saale

Herausgegeben von der Stadt Hammelburg 1988

Druck: Druckhaus Werner Hofmann KG, Sonnefeld

In unseren Ferienwohnung liegen Exemplare dieser Bücher aus und

können bis jetzt auch noch käuflich erworben werden:

im BUNTEN BUCHLADEN in Hammelburg

oder bei der Tourist Information Hammelburg.

Sodenberg  -  506 m

 

Der Sodenberg gilt als Hüter des Saaletales

und wegen seiner weiten Aussicht nennt man ihn auch den

„Fränkischen  Rigi“.

 

Einst wurde der Gipfel des Sodenberges  von der  Thüngischen  Stammburg,

der  Burg Kilianstein  gekrönt.

 

Geblieben ist ein Berg mit abgebauter Basaltkrone (erloschener Vulkan).

 

* * *

Der  Sodenberg  ist

auch heute noch ein lohnendes Ausflugsziel !

Er  hat viel zu bieten:

Nach allen Seiten umfassende Fernsicht in das fränkische Land,

im Norden zur Hohen Rhön bis zum Kreuzberg,

im Osten zu den Hassbergen und zum Steigerwald,

im Südwesten zum Spessart.

Beim still gelegten Basaltsteinbruch ist eine Schutzhütte

 mit Infotafeln errichtet worden.

Der Landkreis Bad Kissingen konnte den Krater

und das umliegende Areal vom Freiherrn von Thüngen erwerben.

Es wurden mehrere Aussichtspunkte frei gelegt mit großartigem

Rundblick auf  Morlesau, das Tal der Fränkischen Saale,

zur Rossmühle und die Wälder des Spessart,

zur Hohen Rhön mit dem Kreuzberg,

bis hin zu den Hassbergen und dem Steigerwald.

 

Ochsenthal, unmittelbar unter den Aussichtspunkten gelegen,

wird leider von den Bäumen etwas verdeckt,

unser „Haus am Sodenberg“ kann man aber erkennen.

* * *

Auf dem höchsten Gipfel des Berges,

 oberhalb des ausgehöhlten Basaltsteinbruches,

  steht heute noch „das Kreuz“.

 Erst 1892 durch die Waldkapelle überdacht.

 An der Stelle der Grablege der Burgbewohner

 ließ Philipp von Thüngen 1517 dieses Kreuz errichten.

 In der Folgezeit war es Gegenstand frommer Verehrung.

 

Vor wenigen Jahren wurde diese Waldkapelle mit romanischem Kreuz restauriert.

Alljährlich findet hier am Pfingst-Montag ein Gottesdienst statt. 

Auch zu dieser Kapelle ist der Weg vom Krater aus neu angelegt worden.

 
Der sich in Nord-Süd-Richtung erstreckende Sodenberg, der alle anderen Berge der Umgebung überragt, hatte seine höchste Stelle an seinem nördlichen Ende, kurz bevor er

steil zum Saaletal nach Morlesau hinabfällt. Er hatte die Form eines liegenden Tieres mit erhobenem Kopf und trug den Beinamen „Bayerischer Löwe“.

Sagenumwoben ist der 506 m hohe Sodenberg, früher Schottenberg, Kiliansberg genannt. In vorgeschichtlicher Zeit war er eine germanische Opferstätte und

keltische Fliehburg. Auf seinem basaltenen Hügel soll der Frankenapostel Kilian

das Kreuz aufgerichtet haben.

Ab 1331 spielt der Sodenberg in der Geschichte eine bedeutende Rolle: als

FULDISCHER Besitz wurde er vom Hochstift WÜRZBURG in gleicher Weise beansprucht.

Die stattliche Ritterburg sah viele Besitzer: die Herren von Rieneck, die Hutten und schließlich die Thüngen, die aus der Burg ein Raubritterschloß machten.

 

GÖTZ von BERLICHINGEN,  (seine Mutter war eine geborene Thüngen), verbrachte

hier bei seinem Onkel Neidhart von Thüngen seine Junkerjahre. In seiner Lebens-beschreibung berichtet er von verschiedenen rauflustigen Taten.

1525 überstand die Feste Sodenburg neben der Festung Marienburg (in Würzburg)

als einzige fränkische Burg den Ansturm aufständischer Bauern.

1608 kam die Sodenburg, auch Burg Kilianstein genannt,  durch Verpfändung

an die UNIVERSITÄT Würzburg.

Ab 1660 wurde die Burg Kilianstein nicht mehr bewohnt. Ein langsamer Zerfall war

ihr Schicksal. 1895 stürzte der Bergfried ein.

Die letzten Reste der stattlichen Ruine fielen erst nach 1900 dem Basaltwerk

zum Opfer.

Der Basaltsteinbruch lag anfangs unterhalb der Ruine Kilianstein. Man arbeitete sich immer näher an die Ruine heran, bis hin zu den mächtigen Basaltsäulen, dem
Fundament der Burg. Es wird berichtet, dass sich die Gemeinde Morlesau bis zuletzt bemüht hat, die Ruine zu erhalten. Letztendlich wurde die Ruine doch gesprengt.

An dieser Stelle möchte ich eine kleine Episode erzählen:

Vor langer Zeit hat mir einer der damals ältesten Männer von Morlesau,

Herr Wendelin Hartung, erzählt, dass sie einmal einen Schulausflug zum Sodenberg

 gemacht haben. Sie besichtigten die Burgruine Kilianstein. Als sie sich im

Keller der Burg umsahen, sagte der Lehrer seinen Schülern, sie möchten sich noch einmal gut umsehen, denn die Burg würde es bald nicht mehr geben.

 Sie soll gesprengt werden.

 

* * *


 

Das  Basaltwerk  Sodenberg / Morlesau

 

Im Jahr 1904 wurde das Basaltwerk Sodenberg / Morlesau angelegt und in Betrieb genommen. Das Gelände am Sodenberg war Besitz der Freiherrn von Thüngen. Diese verpachteten es an die  Basaltstein GmbH Schweinfurt. Später wurde das Basaltwerk

von Herrn Hans Leimbach übernommen. Die Familie Leimbach hat zur damaligen Zeit

in der schönen „Villa Leimbach“ in Morlesau gewohnt. Der Basaltsteinbruch lag

unterhalb der Ruine Kilianstein, die damals noch bestand. In der Nähe des Steinbruchs standen das Brechergebäude, die Maschinenhalle mit Dampfmaschine und Kühlturm sowie ein Kantinengebäude, in dem während der Woche bis zu 200 Arbeitern schliefen. Dynamit und Pressluftbohrer wühlten sich tief in den Berg hinein, um den schwarzen Basalt abzubauen. Dieser wurde zum Straßen- und Eisenbahnbau verwendet.

 

Eine Seilbahn führte vom Brecherwerk am Sodenberg zur Verladestation am Bahnhof

von Morlesau. Mit ihr wurde der gesamte Schotter transportiert.

1958 wurde das Basaltwerk still gelegt.

* * *

Der  Sodenberg

seit 1997 Naturschutzgebiet

hat viel zu bieten.

Der Sodenberg ist die südlichste Erhebung im Saaletal. Die Höhenangabe betrug

früher 506 m, auf den neuen Karten ist der höchste Punkt mit nur noch 481 m verzeichnet. Der Sodenberg ist zwei geteilt, die größere Fläche gehört zwar noch
zum Naturpark Rhön, in Richtung Weickersgrüben schließt sich aber schon der

Naturpark Spessart an.

Um den Sodenberg herum liegen die Ortschaften:
Morlesau / Ochsenthal,

Untereschenbach, Obereschenbach,

Aschenroth,

Weickersgrüben mit der Rossmühle.

Die Vegetation auf dem Sodenberg ist einmalig schön. Die Märzenbecher läuten den Frühling ein. Im Wald – entlang des Heuweges von Ochsenthal zum Sodenberg gibt

es ganze Matten davon. Natürlich darf man sie nicht pflücken.

 

Auf dem Kalkmagerrasen der Südseite des Sodenberges   „die Gans“ -  wachsen

von Ende März bis Ende April / Anfang Mai zwischen Kieferbäumen  die so seltenen

und streng geschützten Adonisröschen in Gesellschaft mit den Küchenschellen. In Scharen kommen die Wanderer, um diese wunderschönen Blumen zu bewundern.

Sie werden streng von freiwilligen Helfern des Bund Naturschutzes bewacht.

 

 

Maiglöckchen blühen oberhalb von Ochsenthal auf dem Weg zum Sodenberg. Es

duftet dann überall nach Waldmeister. Später können Sie einzigartige Orchideen,

den Enzian und im Spätsommer und Herbst die Silberdistel das Wahrzeichen des Naturpark Rhön bewundern. 

 

Hier ist die Natur noch intakt. Neben den vielfältigen seltenen Pflanzen gibt es

natürlich auch eine interessante Tier- und Vogelwelt. Eine Fülle von Schmetterlingen

und Eidechsen sind zu beobachten. Im noch vorhandenen Keller des still gelegten Basaltsteinbruchs überwintern die Fledermäuse.

Ich kann Ihnen eine Wanderung auf den Höhen des Sodenberges mit naturkundlicher Führung nur empfehlen.

 

Übrigens:   das Naturschutzgebiet   „Gans“   hat seinen Namen vom Gänsehirten aus Obereschenbach, der früher seine Gänse auf die Höhe des Sodenberges zum Grasen getrieben hat.  

* * *

 

Im Bereich des Sodenberges stehen zwei bedeutende Steinbildnisse, beide von

Sagen umrankt:

Im Feld, Richtung Obereschenbach,

steht das Giselakreuz, im Volksmund 'das krumme Kreuz', genannt.

Angeblich schon 1299 errichtet. Sicherlich stammt es erst aus der Mitte des 16. Jh.

Neu: Hinweistafel "Sagenhafte Rhön".
Diese wurde in unmittelbarer Nachbarschaft zum Giselakreuz
aufgestellt. Um das Giselakreuz rankt sich eine interessante Sage,
die an das Schicksal der Gisela von Thüngen erinnert.

An der Straßenkreuzung  Sodenberg-Aschenroth-Hammelburg  befindet sich

das  Spinnjungfernkreuz, im Volksmund auch Spinnmagd genannt,

datiert ebenfalls aus der gleichen Zeit.
auf der Rückseite sind die Fingerabdrücke der Magd zu sehen, die sich an dem Kreuz festhielt als sie der Teufel holen wollte.

  

* * *

 

Auf der Anhöhe oberhalb vom „Schiefen Kreuz“ hat der Rhönclub

einen gemütlichen Rastplatz gestaltet mit Gedenksteinen und Bänken.

Hier können Sie sich auch ins Wanderbuch eintragen.

* * *

 

Was wäre eine Wanderung oder ein Ausflug ohne Einkehrmöglichkeit ! Mehrere Wegweisen führen Sie zum ehemaligen  „Hofgut des Sodenberges“. Im früheren Forsthaus befindet sich heute der gemütliche Gasthof Sodenberg, eigene Schäferei.

 

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    Hinweis auf weitere einschlägige Literatur:

P. Dominik Lutz, Rund um den Sodenberg
    Pfälzische Verlagsanstalt Landau/Pfalz, 1982

   (u. a. Burgen im Saaletal,  Ruine Arnstein,  Siedlung Flach,

   Wappen der zuständigen Herrengeschlechter)

P. Dominik Lutz, Rund um die Neumühle
    32 Wander- und Reiserouten
    Pfälzische Verlagsanstalt Neustadt/Weinstrasse,  1980

   (im Vorspann: Willkommen in Franken, fränkische Dörfer, Klöster,

    Tal der Minnesänger, Hammelburg, romantisches Saaletal...)

    Wege-Skizzen und Fotos...

    Beide Büchlein in der Neumühle zu haben...